Cranio Sacrale Faszien Therapie

Jeder Mensch verfügt buchstäblich über sein eigenes „Netzwerk“ in seinem Körper, das alles formt, alles bewegt und alles speichert, die Faszie. Das Fasziennetz entsteht als geeintes Ganzes ungefähr in der zweiten Woche nach der Befruchtung der Eizelle und bleibt bis zum Tod ein zusammenhängendes Netz.


Jede Veränderung des Verhaltens bedeutet eine Veränderung der Bewegung. Doch nur wer sein Augenmerk auf das Fasziengewebe und dessen Eigenschaften lenkt, kann im Fundament aller Bewegungsabläufe tatsächliche Veränderungen erzielen. Narben stellen so gut wie immer eine große Belastung für die Faszie dar und sollten daher UNBEDINGT behandelt werden!


Jede Struktur stellt einen Kompromiss zwischen dem Bedürfnis nach Stabilität und Mobilität dar. 

Deshalb stellt die Kenntnis der Eigenschaften des Kollagengewebes die Grundlage der manuellen Bewegungstherapie dar. Der Umgang mit der Faszie erfordert jedoch ein besonderes Gespür!


Faszien verlieren Ihre Fähigkeit sich voneinander unabhängig zu bewegen, wenn sie verkleben.

Das kann zu lokalen Verspannungen führen und mitunter weit entfernte Regionen beeinträchtigen.

Eine Hypermobilität in den Faszien kann zu Reibungen und in Folge zu Entzündungen führen.


Besonders an chronischen Problemen sind verschiedene, im Körper oft weit entfernte Gewebe beteiligt, sodass eine Behandlung nicht durch ausschließliche Behandlung der schmerzenden Region erfolgen kann.


Die Faszie passt sich unseren spezifischen Bewegungs- und Atemmustern an und wird von unseren geistigen Neigungen und den Bewegungen, die diese fördern oder hemmen, mitgestaltet.


Das Fasziensystem besteht aus zähen Fasern und gallertartigen, klebrigen Proteoglykanen (Grundsubstanz) in einem wässrigen Trägermedium. Sie ist durch die Myofibroblasten (Zelltyp von Fibrozyten=Zellen des Bindegewebes) selbst imstande, sich unabhängig von der Muskulatur eigenständig zusammenzuziehen. Um eine derartige Kontraktion aufzubauen,  benötigt sie min. 20 Minuten und mehrere Stunden, um sich wieder vollständig zu entspannen. 


Anders als bei Muskeln, springt eine Faszie – wenn sie erst einmal verlängert worden ist, nicht wieder in ihre alte Form zurück. Zusammenfassend kann man sagen, dass Nerven, Muskeln und Faszien myofasziales Gewebe zu etwas Dynamischen machen. Allerdings ist die Wirkung auf die geschmeidig gemachte Faszie von Dauer, was wiederum den anderen beiden Gewebearten Zeit gibt, sich an die veränderte Mechanik ihrer Umgebung anzupassen. 


Faszien können durch Verletzungen, Überanstrengung oder zu wenig Bewegung verformt werden.

Genau genommen sollten unsere Knochen im Körper frei „schweben“. Jede Spannung in unserem Körper verursacht eine Spannung die sich auf die gesamte Konstruktion verteilt. Es ist sowohl möglich, dass eine große oder viele kleine Deformationen dadurch ausgelöst werden.


Daher erfordert die Faszienarbeit ein ganzheitliches Behandlungskonzept. Ein Schleudertrauma beispielsweise ist einige Tage lang ein Problem für den Hals, einige Wochen ein Problem der Wirbelsäule und im Anschluss daran für Wochen ein Problem für den ganzen Körper.


Die Kommunikation im Fasziennetzwerk erfolgt 5 mal so schnell wie beim Nervensystem, die Reaktion allerdings dauert deutlich länger. Umbaureaktionen der Faszie dauern meist Tage oder sogar Wochen. Veränderungen setzt sie also nur sehr langsam um.  Diese Tatsache macht das Fasziennetz zu einem Speicher für chronische Angelegenheiten und einem Schlüssel für chronische Beschwerden.


Die Cranio Sacrale Faszien Therapie kann für viele Arten von psychischen und physischen Befindlichkeitsstörungen eine wertvolle Behandlungsmethode sein. Es ist immer wieder faszinierend, wie wirksam und heilsam sie sich auswirken kann.